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Die Geschichte einer Wiedergeburt:
Ein Freundespaar sah die schwere Arbeit und das mangelnde Werkzeug und schenkte uns kurzerhand einen Anhänger.
Nun soll man ja den berühmten "geschenkten Gäulern" bekanntlich nicht "ins Maul" schauen - allerdings sieht der TÜV diesen feinen Wesenszug des menschlichen Miteinanders weit unsensibler....
Kurz und gut:
Rahmen und Aufbau waren der Belastung und dem Zahn der Zeit hoffnungslos erlegen.
Wen wundert es?
Das arme Teil namens Westfalia Typ 118/002 musste seit seiner Geburt im Jahre 1976 als Lastesel eines Ofenbaumeisters dienen... Kachel- und Eisen/öfen schleppen...wie oft wohl überladen??
Ganz klar: für weniger zart besaitete Zeitgenossen, wäre dieses geschundene Objekt ein Fall für den Ros(t)s-Schlächter gewesen.
Nicht so beim Generaldirektor - schon gar nicht, wenn es sich um ein Geschenk von liebenden Freunden handelt!
Zwischen Februar und September 2008 wurde ein neuer Rahmen geschweißt (Ein Dank an Schwager Holger Fliegner!!) , das Fahrwerk komplett zerlegt und überholt (Auflaufeinrichtung gängig gemacht, neue Bremsen etc), der Unterbau und sämtliche Kleinteile sandgestrahlt , neue Platten eingepaßt, stabile Zurrösen montiert und eine neue Plane geordert.
Der Spriegel wurde mit einer Wölbung und mit Gittermatte versehen, um mittels Entlastung/Aussteifung der Plane das Entstehen von Wassersäcken und Schneeschäden endgültig zu unterbinden.
Die Elektrik wurde komplett erneuert - dazu wurden sogar in Eigenbau stabile Lampenhalterungen gefertigt.
Sämtliche Komponenten wie Rahmen, Unterbau, Lampenhalter und sonstige Kleinteile wurden feuerverzinkt.
Das Ganze wurde ausschließlich mit Edelstahlschrauben wieder zusammengefügt.
Während dieser Arbeiten keimte die Idee, das schöne schicke neue Ding doch als Werbefläche für das Theater zu nutzen.
Also wurde die Farbgebung auf blau/gelb abgestimmt.
Werbetechnik Baumann aus Northeim unterstützte wohlwollend das Projekt mit einer sehr kostengünstigen Beschriftung.
Mitten hinein in die Montagephase stellte das Schwesterherz die entscheidende Frage: Kannst Du nun hinten aus dem Hänger heraus auch spielen?
Wie sollte das denn gehen... so eine Frage...
Und dann kam der Gedanke, den ganzen Spriegel nochmals zu überarbeiten, klappbar zu gestalten um so, außerhalb der Verkehrsphasen, eine Stehhöhe zum Spielen zu erhalten.
Dies umgesetzt, einige Halterungen für Puppen und Beiwerk, eine Transportkiste für Zubehör gefertigt und einen Vorhang, der die Bühne einrahmt, genäht, - fertig war die mobile open-Air-Spielbühne.
Im Mai 2009 wurde noch ein faltbarer Pavillon angeschafft, der dem Publikum Wetterschutz bietet.
Zudem gibt es, mittels Seitenwänden, in Zukunft auch die Möglichkeit, bei öffentlichen Auftritten das Publikum zu begrenzen und Eintrittsgelder zu erheben.
Voila - das Theater ist open-Air-fähig und hat sein ganz eigene Spielbühne!!
 
PS. Für den alten Westfalia endet die Geschichte auch märchenhaft, denn dieses zweite Leben als Theatertransporter und Spielbühne ist ein wohlverdientes Gnadenbrot.... und weil er nicht ver(sch)rottet ist, so rollt er noch heute.... |