Die Meilensteine:

Prag 1993
Entdeckung der Puppen im Prager Souvenirverkauf und Idee zum Theater

Berlin, Dezember 1999
Fertigstellung des bis heute als Basis bestehenden Truhentheaters
(„Der Herr und sein Knecht“, „Rumpelstilzchen“)

Mai 2001
Neue Tontechnik, Blitz-effekte. „Der Fischer und seine Frau“ wird inszeniert.

Urlaub, Sommer 2001
Neue Puppen erweitern den Fundus

Urlaub, Sommer 2003
Noch mehr Puppen….

Dezember 2007
Premiere „Der falsche Prinz“ im Kindercafe Einbeck

2008
Die „Anhängerspielbühne“ entsteht. Ein selbst gebauter/restaurierter PKW Anhänger wird zum    
Transportmittel und zur eigenen Open-Air-Bühne.
Das Theater bekommt mit Flyern, Briefpapier, Werbeaufsteller und der auffälligen Anhängergestaltung einen professionellen Auftritt.

Juni 2009
Erste Tournee. 2.500 Kilometer durch 17 Städte Süddeutschlands…

November 2009
Durch erneute Arbeitslosigkeit reift der Gedanke zur Selbständigkeit

2010
Die erste Jahreshälfte ist geprägt durch die Prüfung und Vorbereitung dieses Unternehmens.

Juni 2010
Sommertournee durch 15 Städte Süddeutschlands
mit einem "neuen", 23 Jahre alten Auto, das vorher noch speziell zugerichtet werden muss.
Der Erfolg und anschließend errungene Existenzgründerzuschuss räumt alle Zweifel beiseite:

15. August 2010
Unternehmensgründung

Es folgen 3 weitere Tourneen: 2x ins Ruhrgebiet, 1x nach Franken

November 2010
Der neue Paravent entsteht.
schnell aufgebaut, leicht, höhenverstellbar.
Jetzt kann die Bühne in verschiedenen Höhen aufgebaut werden.

Dezember 2010
Der erste voll ausgebuchte Monat. Nahezu jeder Tag Spielbetrieb auf Weihnachtsmärkten, in Kindergärten und Seniorenzentren.

Eine neue Tonanlage mittels Akku-Aktivboxen bringt einen Qualitätssprung.

Das Jahr endet mit (seit Juni gezählt) 400 aufgeführten Stücken bei 80 Veranstaltern und ca 17.ooo km auf dem Tournee-Tacho

Januar 2011
Die neuen Flyer sind endlich fertig.
2 Sorten:
allgemeine, etwas einfachere und spezielle für die Seniorenzentren und Kliniken, die vor allem die Mobilität der Bühne innerhalb einer Einrichtung erklären. Sehr ansprechend ...

Über tausend Briefe gehen ins Land.

Promotion-Tour nach Bremen mit Auftritt in einem Gottesdienst.
Daraus wird mehr entstehen ...
Die erste Tournee des Jahres führt in den Ruhrpott.

 

 

Und hier - für Leseratten - noch mal ausführlicher:

Von der Idee bis zur Unternehmensgründung:

Alles begann bei einem Besuch in Prag 1993:

Unübersehbar und überall in der Stadt gibt es wunderschöne, kleine und einfache Marionetten zu kaufen. Sie sollen, wohl in Anlehnung an Prags Kulturgeschichte und jahrhundertealte Marionetten- und Theatertradition, den Touristen als Souvenir dienen. Hier entdeckte ich eine, die mir irgendwie besonders für das Spiel mit den Kindern geeignet erschien – und ich kaufte sie. Sie ist heute im Theater aus der Truhe der Märchenerzähler. In den nächsten Tagen fand sich die „erste Schauspieltruppe“ in meinen Taschen: Ein junges Mädchen, das als Prinzessin, Müllerstochter oder Ehefrau geeignet schien; ein junger Bursche, der Bauer, Fischer oder heldenhaften Bruder spielen kann; Ein Soldat – ob als Held, Prinz, Bote, Ritter, General oder Polizist; ein reicher Herr als Zar, Gutsbesitzer oder König; und ein alter Mann, dem Märchenerzähler sehr ähnlich, als Vater, Bruder oder Müller - vielleicht auch als Zauberer oder weisen Alten.

Es sind "böhmische Marionetten" mit denen man früher - ausgestattet mit "böhmischen Hausmarionettentheatern" durchs LAnd zog und in den Wirtshäusern der sprichwörtlichen böhmischen Dörfer die Leute unterhielt.

Ich sah sie gleich als Theatertruppe, nie als Souvenir. Am ersten Tag stand schon fest: Sie brauchen ein Theater, eine Bühne, von der aus sie Kinder erfreuen können. „Rumpelstilzchen“ und „Der Fischer und seine Frau“ waren bald als erste Stücke ausgemacht. Es entstand auch ziemlich schnell der Gedanke, eine alte Spielzeugtruhe meiner Frau zur klappbaren Bühne auszubauen. So blieb das erst mal fünf Jahre lang, und Ideen wie Figuren staubten vor sich hin. Die eigenen Kinder wurden geboren und größer, und zu irgendeinem Kindergeburtstag gab es mal auf dem Deckel der geschlossenen Truhe ein improvisiertes Stück mit schnell gekritzelten Papierzeichnungen als Kulissen.

Dann gab es aus dem lähmenden Alltag heraus einen Ruck – und in den letzten 4 Monaten des Jahres 1999 entstand das „Theater aus der Truhe“. Mit Beleuchtung, beweglicher Kulisse, Vorhang und Tontechnik. An dieser Entstehung waren maßgeblich beteiligt: Siegward Nerger (Beratung, Tonanlage, Motorsteuerung) Olaf Sauerwald (Beratung, Materiallieferung), Bettina Kühn (Kulisse) und Christine Hildebrand (Vorhang).

Als erste Stücke entstanden: „Der Herr und sein Knecht“ – (diese Geschichte hab ich schon als Kind so geliebt, und sie ist nun das klassische Eröffnungsstück); „Rumpelstilzchen“ (als Zwerg musste ein Playmobil – Männchen herhalten) und als Zugabe „Die Hälfte vom Lohn“

Dass ich damit eine alte Traditon neu belebte, war mir gar nicht bewusst.
Ich glaube, ich habe das Rad ein paar mal neu erfunden ...

So blieb die Bühne in gelegentlichem Einsatz bis Mai 2001. Der größte Auftritt bis dahin war eine Vorführung in einer Berliner Kirchengemeinde vor über 200 Leuten zur „ProChrist“ – Veranstaltung. Das Geschehen wurde von der Bühne live auf eine Großbild- Leinwand übertragen...

Im besagten Frühlingsmonat sollte das Theater Teil eines speziellen Kinderprogramms werden. Dazu war ein wesentlich pannenfreierer Lauf, ein neues Stück und eine verbesserte Beleuchtungs– und Tontechnik nötig. Mit einem erneuten Kraftakt wurde diese Überarbeitung ausgeführt - unter wesentlicher Mithilfe von Andreas Keul, einem neuen Freund und Mitstreiter. In dieser Phase wurden auch die als Hörspiel laufenden Geschichten am Computer erneut zusammengestellt. Damit begann ein neues Zeitalter für die Neuerarbeitung von Stücken und ein Qualitätssprung im Klangbild. Die alte Kassettentechnik wich gebrannten CD’s und die Bedienung vereinfachte sich wesentlich.

Im Urlaub 2001 waren wir wieder einmal in Prag. Jetzt gibt es eine „echte“ Königin/ Prinzessin (spielt bei „Rumpelstilzchen“ und „Der Fischer und seine Frau“); dazu passend ein Gemahl (Er hat jetzt die Rolle bei Rumpelstilzchen).

Weiter sind noch neu: ein Alter, ein Narr, eine Alte, und - man glaubt es kaum - ein echter zweiköpfiger Drache (alle noch nicht im Einsatz)

Nach einigen weiteren Einsätzen und entsprechenden Pannen musste zu einem wichtigen Auftritt im Advent 2002 die komplette Kulissentechnik neu konstruiert werden. Auch machte die ausgefallene Tonanlage eine Neuinstallation notwendig. Nach 4 anstrengenden Wochen des Bastelns und Kopfzerbrechens wurde der Adventsauftritt in Geschäfts-Schaufenstern ein Riesenerfolg. Pannenfrei und „professionell“ präsentierten sich die 4 Stücke. Genau zu diesem Zweck entstand auch eine zusätzliche Bühnenverkleidung, hinter der das Theater und der Puppenspieler geheimnisvoll verschwinden. Alles wirkt jetzt verzaubernd und eben wie ein richtiges Theater. Aus dieser Erfahrung und Phase heraus kann ich mich nun auch richtig an die Öffentlichkeit trauen.... Darum bat ich Freunde, mir bei der Präsentation behilflich zu sein. Sofort erklärte sich mein Freund Torsten Drößler spontan zu einem Einsatz in Punkto Homepage bereit, das Ergebnis ist hier zu sehen.

Im Sommer 2003 dann ein erneuter Prag- Besuch: 18 Schauspieler konnten erneut unter Vertrag genommen werden !! Darunter auch ein echter Riese und der, dem keiner entkommt... Nun bleibt reichlich Stoff und Arbeit für neue Stücke, hoffentlich kann ich sie bald hier präsentieren...

Mögen viele Kinder das erfahren, was mir als Kind sooft gefehlt hat. Ein verzauberndes kleines Puppenspiel, das auf Weihnachtsmärkten und in kleinen Ecken als die wahre Attraktion zu finden ist, oder das zum Geburtstag nach Hause kommt. Und vor allem, das Mama und Papa auch noch bezahlen können, weil der Puppenspieler selbst noch ein großes Kind ist...

Im Nov. 2009 wurde ich wieder einmal arbeitslos.
Diesen Zustand begriff ich als Chance, das Theater nun in  eine Selbständigkeit zu führen.
Auf einmal hatte ich Zeit, konnte mir Gedanken machen, technisch vieles optimieren, Telefonate führen, recherchieren und mich überall vorstellen.

Ich fand endlich auch die richtige Marketingstrategie – den Direktvertrieb als eigener Veranstalter – vornehmlich im Bereich der Seniorenbetreuung.
Die Pflegezentren sind nämlich besonders dankbar und offen für mein flexibles Angebot aus einer völlig neuen Richtung.

Bei der Bundesagentur für Arbeit hatte jemand offene Ohren für meine Pläne.
Man gab mir die Chance, mich zu informieren und ein Existenzgründerseminar mit anschließendem Eignungstest belegen.
Schnell erkannte ich, dass es beileibe nicht so schwierig und chancenlos sein dürfe,
den Markt zu erobern und ein Geschäft zu führen, wie anfänglich im kleinbürgerlichen Vorsichtsdenken angenommen…

Ich bekam Kontakt zur IHK und zur Gründungsberatung „Mobil“ in Göttingen, die mir im Weiteren entscheidend geholfen haben.
Nicht zuletzt war es der Landkreis Northeim, der mich ganz wesentlich unterstützte – denn von dort kam die Finanzierung  dieser Gründungsberatung.

Bei dieser Entscheidung liegt  nun das Risiko hauptsächlich dabei, andere Chancen auszulassen.
Ich habe viele Eisen geschmiedet, und bin zum Schluss gekommen, dass die Zeit nach dieser langen Entwicklung jetzt einfach reif ist!

Eine Historie, die ich einfach selbst noch gar nicht fassen kann – und am 15. 8. 2010 bin ich selbständig…
Unglaublich!

…und nun bringe ich diese Freude nicht nur Kindern…sondern nun auch vermehrt  alten Menschen ein Stück Kindheit zurück.
Es ist unbezahlbar, dabei  die Augen sehen zu dürfen, die gebannt auf die Puppen sehen!

Und zwischendrin unterwegs zu sein…im Bulli zu schlafen und Deutschland kennen zu lernen….
Das ist ein Riesengeschenk!!